Fotoatelier 2021

Reichtum und Wohlstand
Leitung:İlker Maga

In der gesamten Geschichte des sozialen Denkens wurde thematisiert, dass der materielle Reichtum auf Ungleichheit zurückzuführen ist. Mit der Industrialisierung hat die Zahl der sozialen Gedanken (Ideen) zugenommen, die Kritik daran ist aber auch gestiegen. Zwei Beispiele sind sehr bekannt: Karl Marx hat in seinem Buch „Das Kapital“ (1. Band) über dieses Thema ein Kapitel geschrieben: „Reichtum“. Ein kurzes Zitat aus diesem Kapitel: „Ein produktiver Arbeiter ist ein Arbeiter, der fremden Reichtum produziert.“ Friedrich Engels macht in seinem berühmten Werk „Der Ursprung der Familie“ auf die Beziehung zwischen Zivilisation und Barbarei aufmerksam. Ein Beispiel aus dem 20. Jahrhundert ist der berühmte Satz von Walter Benjamin: „Es ist niemals ein Dokument der Kultur, ohne zugleich ein solches der Barbarei zu sein“. Seit der Industrialisierung gibt es neben „Reichtum“ noch einen weiteren Begriff: „Wohlstand“! Ohne materiellen Reichtum kann „Wohlstand“ nicht existieren.

Weil wir uns seit 15 Jahren mit sozial politischen Themen beschäftigen, freuen wir uns als Fotoatelier sehr auf das Jahresthema „Neben uns die Sintflut - Wer zahlt für unseren Wohlstand?“ Wie werden wir aber mit diesem Thema umgehen?

  • Wir werden zuerst inhaltlich über das Thema diskutieren. Der Grund: Wer ein Thema inhaltlich sehr gut beherrscht, kann über dieses Thema besser erzählen.

 

  • Natürlich werden wir viele Fragen stellen: Was ist „Reichtum“? Was ist „Wohlstand“? Wer bezahlt den Wohlstand? Was wird mit Reichtum gemacht? Wer verschmutzt die Umwelt - die Reichen oder die Armen? Wer und was verschmutzt das Meer? Die Kosten der Wohlstandsgesellschaft: Was wird mit den Autos oder Kreuzschiffen gemacht? (Autos aus Europa werden in Afrika weiterverkauft. Dort werden sie zur Gefahr für Mensch, Verkehr, Umwelt und Klima) Woher kommen Bälle (für Fußball, Volleyball, Handball usw.)? Woher kommen die billigen Textilwaren? Welchen Beitrag leisten die ArbeitnehmerInnen in Deutschland? Welche Rolle spielen die „GastarbeiterInnen“ oder die Menschen mit „Migrationshintergrund“ für die deutsche Wohlstandsgesellschaft?

 

  • Weil das Jahresthema vielseitig ist, werden wir mit verschiedenen fotografischen Verfahren experimentieren: Collagen, Fotomontagen, Mischtechnik, Reportage, Serien…

 

  • Um die Fotografie noch demokratischer zu machen und die Teilnahme vieler BürgerInnen zu ermöglichen, haben wir als Fotoatelier innerhalb von 15 Jahren fast jedes Jahr Fotoaktionen auf der Straße durchgeführt.

 

  • Unser Projekt wird auch dieses Jahr (wie bei den Themen „Freiwillig“, „Beruf“ und „Gerechtigkeit“) von vielen Texten begleitet. Dafür haben wir eine Schreibwerkstatt eingerichtet.

 

Geplant ist eine Fotoausstellung mit Texten.

İlker Maga
Leiter des Fotoatelier